Montag, 15. September 2014

8. - 11. September: Skuleskogen Nationalpark

Am Sonntagabend erreiche ich den Nordeingang des Skuleskogen Nationalparks. Die Hütten sind mir noch etwas zu weit weg, bzw. ich weiss nicht was mich dort erwartet. Also beschliesse ich die erste Nacht auf dem ersten Zeltplatz ca. einen Kilometer vom Eingang zu verbringen. Irgendwie muss ich aber Zelt, Schlafsack, Essen, usw. dahin bringen. Rucksack habe ich keinen. Also muss ich mir einen basteln. Aus der Packrolle und drei Spannriemen knöpfe ich sowas wie ein Tragesystem. Für kurze Distanzen geht es ganz gut.

Die erste Nacht verbringe ich ruhig in einer Meeresbucht. Dann steige ich auf zu der von Rico empfohlenen Hütte am See. Mit meinem Rucksack sind die 2.5 Kilometer Aufstieg doch recht anstrengend. Das wird also mein Leben in ein paar Monaten sein.

Ich komme dann am See an. Ein wundervolles Bild. Wie aus einen Traum oder einem Roman von Jack London! So stellte ich mir meine Trapperhütte im Yukon immer vor.

Zum Glück ist noch niemand da. Es gilt der zuerst kommt hat die Hütte. Natürlich können andere dazukommen bis sie voll besetzt ist. Ich breite meinen Schlafsack und mein Gepäck auf einem der Betten aus und gehe dann mit leichtem Gepäck weiter zur bekannten Schlucht und dann zum Gipfel. Der Anstieg ist steinig und führt vorwiegend durch Wald. Die Schlucht ist wirklich schön. Vom Gipfel sieht man über die ganze Küste, die sogenannte Höga Kusten. Übrigens gibt es auch hier wieder einen bekannten Wanderweg, den Höga Kusten Leden. Dieser führt genau an "meiner" Hütte vorbei.

Ich beschliesse dann noch etwas weiter zu Laufen. Zum Südeingang, um dann die restlichen Hütten noch anzuschauen. Der Weg der Küste entlang führt komplett durch den Wald. Vom Meer sieht man sehr wenig. Ich komme dann zur ersten Hütte - ziemlich neu und sehr komfortabel eingerichtet. Wie sich später herausstellen wird sind alle so, außer die schöne, gemütliche, alte Hütte oben am See. Langsam habe ich Hunger und nichts mehr zu Essen dabei. Also steige ich wieder hoch zur Hütte ohne die restlichen Hütten noch anzusehen. Morgen ist auch noch ein Tag.

Ich verschlafe den Rest des Tages dann mehr oder weniger. Es kommt immer mal wieder jemand vorbei, doch zum Glück alles nur Tagesausflügler. Am späteren Abend kommt dann noch ein Deutscher, welcher den Höga Kusten Leden gelaufen ist vorbei. Wir unterhalten uns sehr gut. Dann hören wir von gegenüber plötzlich Stimmen. Ohne Zweifel Deutsche. Dann kommen zwei junge Burschen, Anfang zwanzig mit einer Filmkamera gelaufen. Typische Touristen, keine Wanderer. Fast schon wie die Japaner in Grindelwald... Sie laufen mit ihrer Kamera an uns vorbei, ohne zu grüßen, obwohl wir sie sogar auf deutsch ansprechen. Zwei ganz komische Typen. Mein Wanderkollege will seine Nacht unten am Meer verbringen. Mir auch recht. Ich schlafe gut. Kein Mäuserascheln wie ich es eigentlich befürchtet hatte bei der alten Hütte.

Am nächsten Tag regnets immer mal wieder. Ich liege lange, lese, esse, relaxe. Ich merke jetzt die endlose Fahrerei der letzten Wochen. Da tut Erholung auch mal gut. Ich bekomme heute erwartungsgemäß recht wenig Besuch.

Trotz zeitweisem Regen wandere ich zu den weiteren Hütten auf der Halbinsel und dann noch zum Parkplatz zurück. Ich brauche nochmal etwas zu Essen und dann möchte ich auch mal nach meinen Sachen sehen. Ich habe nämlich alles beim Töff gelassen. Motorradbekleidung, Motorradstiefel, Packtaschen, GPS, sogar den Motorradschlüssel und mein komplettes Portemonnaie! Könnte ich das in der Schweiz machen? Wohl kaum. Nicht mehr...

Es ist erwartungsgemäß alles noch an seinem Platz. Also wieder hinauf zu meiner Hütte. Ich schwitze bei diesem Anstieg ziemlich, so dass ich oben gleich noch ein Bad im See nehme. Welche Erfrischung!

Am Abend kommen dann noch Ida und Frederik, zwei Wanderer aus Stockholm. Sie machen Fotos für einen Bericht im deutschen Outdoor Magazin. Er arbeitet sonst im Marketing bei Fjällraven, sie als Outdoor Guide. Sie leisten mir dann Gesellschaft.

Am nächsten Morgen gehe ich nochmals zur Schlucht hoch. Ich habe beschlossen heute in eine Hütte am Meer unten abzusteigen. Um die Mittagszeit gehe ich los. Es ist wunderschön warm. Ein toller Herbsttag.

Die erste Hütte ist bereits besetzt. Die zweite ist leer, aber irgendwie viel zu groß und nicht so gemütlich. Die Hütte draußen auf der Insel ist auch leer. Die wollte ich eigentlich von Anfang an.

Nach "meiner" Hütte am See kann mich diese zwar sehr schöne und bestens eingerichtete Unterkunft nicht mehr richtig begeistern. Der Ofen heizt zwar wie der Teufel, aber mein Wasser das ich zum Kochen und für Tee brauche, kriege ich fast nicht heiß. Das ging oben mit der einfachen "Blechkiste" bedeutend besser.

Nach vier Nächten im Park ist es für mich an der Zeit weiterzuziehen. Es waren vier wunderschöne Tage und ich konnte mich etwas erholen von den letzten Wochen. Die Müdigkeit habe ich aber auch erst bei dieser Pause so richtig gemerkt. Vorher hieß es einfach immer weiter, weiter.

Ich habe beschlossen Norwegen doch nochmal eine Chance zu geben. Das Wetter soll nächste Woche relativ gut sein.
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