Mittwoch, 5. August 2015

31. Juli - 5. August: Motorschaden!

So, mit dem Titel des heutigen Berichts ist es also raus, weshalb ich noch etwas länger bei der Schweizer Familie aus der Region Lausanne geblieben bin.

Als ich wegfahren wollte, stellt der Motor einfach so ab. Mir schwannt böses, habe ich doch schon seit Beginn meiner Motorradreise das Gefühl der Motor läuft zu rau und zu laut. Ich habe die Steuerkette im Verdacht. Scheisse, wenn die jetzt gerissen ist, dann... Ja, dann sitze ich hier lange fest und es wird nochmal richtig teuer. Dabei wurde der Motor doch gerade erst in Vancouver komplett revidiert. Ich
hatte da schon ein ungutes Gefühl, als ich den Auftrag gegeben habe. Eine Motorrevision ist nun mal nicht nur ein einfacher Service. Und was die Ausbildung der Mechaniker in Kanada, wie auch den USA anbelangt, naja...

Erstaunlicherweise bleibe ich recht ruhig. Der Appalachian Trail hat mich doch schon etwas verändert. Glücklicherweise bietet mir Pierre-Alain sofort an mein Zelt auf ihrem Grundstück aufzuschlagen und mir morgen zu helfen mein Motorrad zu einer Yamaha Werkstatt zu bringen. Ich habe schon ein ungemeines Glück!

Am nächsten Morgen bringen wir die Tenere mit dem Anhänger nach Chambord. Leider kann ich nicht selbst Hand anlegen. Der Mechaniker will sich den Motor am Nachmittag oder dann am Montagmorgen anschauen. Da die Tenere in Canada nicht verkauft wird, wird es einige Zeit dauern bis Teile geliefert werden. Ich kann mich schon mal auf zwei Wochen Pause einrichten. Pierre-Alain und Marie-Claire sagen mir es sei kein Problem dass ich so lange bei Ihnen bleibe. Danke für diese Gastfreundschaft!

Nun liegt das Wochenende vor mir. Machen kann ich momentan nichts. Ich mache das beste aus der Situation und denke nicht zu viel daran. Es wird schon irgendwie gut gehen.

Am Samstag den 1. August gehen wir nach Chambord zu "Festival de Cowboy", dem Rodeo. Schon mal etwas positives was ich der Situation abringen kann. Ich war noch nie bei einem Rodeo.

Die ganze Region scheint sich zum Rodeo zusammengefunden zu haben. Das Rodeo beginnt natürlich mit der Nationalhymne. Der kanadischen, nicht der schweizerischen, und dies am 1. August...

Das Rodeo ist ganz lustig und spannend. Mit der Zeit wird es dann aber doch etwas langweilig. Es ist mehr ein Zirkus als ein Sport. Die verschiedenen Disziplinen wechseln sich schnell ab. So bleibt es doch spannend. Pony Express und das Bullenreiten finde ich am spannendsten.
Alles in allem eine super Sache,welche ich verpasst hätte, wenn ich nicht hier hängen geblieben wäre.

Am Sonntagmittag gehen Pierre-Alain, Marie-Claire, ihre Tochter und deren Freund für drei Tage auf eine kleine Reise. Ich kann in ihrem Haus bleiben.

Am Montagmittag rufe ich bei der Werkstatt an. Soviel ich verstehe (der Akzent hier in Quebec ist sehr stark) ist es tatsächlich die Steuerkette. Sch... Ich bitte den Mechaniker mir ein Email zu senden, was genau kaputt ist und wieviel es ungefähr kosten wird. Lesen geht doch einfacher als etwas am Telefon verstehen...

Am Nachmittag erhalte ich ein Email. Ich könne den Töff morgen vormittag holen kommen. Was, so schnell?

Am Dienstagmorgen rufe ich bei einem Nachbarn an, der mir angeboten hat mich nach Chambord zu fahren. In der Werkstatt erfahre ich, dass die Kette nicht gerissen ist. Die Befestigung der Führungsschiene ist gebrochen. Mit einem Ersatzteil aus einem Yamaha Quad und einer neuen Kette hat der Mechaniker das ganze repariert. Dabei musste er die Halterung umschweissen. Das nenne ich mal "reparieren"! Könnte glatt von "Tschügg Tech" sein! Was für ein ungemeines Glück ich doch wieder hatte! Die Ventile sind nicht angestanden, dann noch ein Mechaniker der denkt, statt nur Teile wechselt. Besser hätte es in dieser Situation nicht laufen können.

Ich fahre also wieder nach "Hause". Ich beschliesse aber auch meinen Rückflug welchen ich ab New York noch habe, wahrzunehmen. Kanada ist nicht so das Reiseland mit einem Motorrad, weshalb ich nicht mehr zurück in den Westen fahren möchte. Lieber nochmal Britisch Kolumbien und den Yukon mit einem Auto erleben!

Ich schaue mich schon mal nach einer Verschiffungsmöglichkeit ab Halifax um. Idealerweise wohnt "Longstride", ein Hiker den ich auf dem Appalachian Trail getroffen habe, gleich im Nachbarort von Halifax. So sollte das ganze kein großes Problem werden. Zuvor schaue ich mir aber noch soviel wie möglich von den östlichen Provinzen an! Morgen gehts wieder los!














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