Samstag, 15. August 2015

10.-14. August: Prince Edward Island und Nova Scotia

Von Nora und Gilbert mache ich mich auf weiter Richtung Süden. Prince Edward Island ist mein nächstes Ziel. Über die unendlich lang scheinende Brücke gelange ich vom Festland auf die Insel. Schnell wird klar wie hier das Geld verdient wird - Kartoffeln und Tourismus. Zum erstenmal auf meiner Motorradreise muss ich für einen Zeltplatz bezahlen. Die Insel ist so dicht besiedelt und es hat soviele Leute da bleibt mir fast nichts anderes übrig.

Beim Check-in auf einen Provincial Park spricht mich ein junger Bursche in breitestem Nidwaldner Dialekt an. "Siit iar us de Schwiiz?". Schnell stellt sich heraus dass er hier in Quebec geboren ist. Seine Großeltern sind ausgewandert. Er kommt aber gerade von einem einjährigen Aufenthalt in der Schweiz zurück. Er übe auch den "Schwingsport" aus. Er habe letztes Jahr an 27 Schwingfestern teilgenommen. Darunter auch in Schiers. Ich wusste gar nicht dass in Schiers ein Schwingfest war...

Die Mücken sind recht lästig an diesem Abend. So verziehe ich mich in die mückenfreie Zone, mein Zelt.

Am nächsten Morgen geht es ganz in den Norden der Insel. Schöne Strassen, schöne Küsten, gutes Wetter.

Am Abend dann wieder ein Provincial Park. Couchsurfing funktioniert hier überhaupt nicht. Ich bekomme keine Antworten...

Bei der Anmeldung auf diesem Platz bekomme ich auch gleich noch gesagt, dass noch andere Schweizer hier seien. Die Platznummer bekomme ich auch gleich noch gesagt. Soviel zum Datenschutz...

Wir unterhalten uns bei einem Bier den ganzen Abend gut. Die Namen habe ich jetzt leider wieder vergessen.

Am nächsten Morgen dann leider der angekündigte Wetterumschwung. Es regnet und regnet. Eigentlich wollte ich jetzt noch den östlichen Teil der Insel anschauen, doch so macht das keinen Spaß. Ich rechne mir aus wenn ich die Fähre nach Nova Scotia nehme, könnte ich noch am Abend bei "Long Stride", meinem Wanderkollegen von Appalachian Trail sein und damit im trockenen. So geschieht es dann auch.

Wir haben beide viel zu erzählen von unserem Abenteuer auf dem AT. So vergeht der Abend schnell.

Am nächsten Tag wollen wir zu seinem Cottage an der Südwest Küste fahren. Ich nehme die Küstenstrasse und besichtigte dabei gleich noch die Absturzstelle der Swissair 111. Peggys Cove ist sehr touristisch. Nicht wegen dem Swissair Absturz sondern wegen der wilden Küste. Die Küstenstrasse und später der kurze Teil zu Long Stride's "abstraktem Leuchtturm" ist die beste Strasse die ich bisher in Canada gefahren bin. Viele Kurven, relativ schmale Straße. Dabei kreuze ich noch einen Wanderer auf der Straße mit einem Anhänger den er zieht. Ich wende und lerne so "Mr. Love " kennen. Er ist in Ottawa gestartet und sein Ziel ist, wie meines, New Foundland. Um es schon mal vorweg zu nehmen: ich werde dieses Ziel nicht erreichen...

Dann komme ich an beim Leuchtturm. Wow! Das habe ich so nicht erwartet. Ein architektonisch tolles Gebäude. Und das verrückte: Long Stride hat es selbst entworfen. Wenn man das nur in der Schweiz auch so machen könnte...

Wir verbringen wieder einen gemütlichen Abend bei einem guten Essen und vielen Geschichten. Long Stride geht morgen am ein Trapper Rendezvous, ein Treffen der Jäger und Fallensteller von Nova Scotia. Ich überlege mir lange mitzugehen, doch da ich die Verschiffung und meinen Heimflug schon gebucht habe, habe ich Angst nicht genügend Zeit für den ganzen Weg bis in den Osten Neufundlands zu haben.

Nach einer kurzen Rundfahrt am morgen, um einige modern designte Häuser in der Umgebung anzusehen, reise ich wieder weiter nach Osten.

Wie weit ich dann wirklich gekommen bin im nächsten Bericht. (nicht sehr weit...)


















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